Supervision: Durch Klarheit zu klugen Entscheidungen finden

Der folgende Abschnitt beleuchtet die unterschiedlichen Aspekte des Themas und zeigt, worauf es in einem professionellen Supervisionsprozess ankommt.

Supervision - kurz erklärt

Die Österreichische Vereinigung für Supervision und Coaching beschreibt Supervision als professionellen Beratungsansatz für Einzelpersonen, Teams oder ganze Organisationen. Ein Supervisor begleitet seine Klienten durch Reflexionsprozesse und hilft ihnen, kluge Entscheidungen zu treffen. Anders als eine Psychotherapie kommt sie im beruflichen Kontext zum Einsatz. Auch Psychotherapeuten sichern die Qualität ihrer Arbeit in regelmäßigen Supervisionssitzungen. Im Vergleich zum Coaching geht es in der Supervisionsprozess offener zu. Das Coaching verfolgt ein klares Ziel, wie etwa die Vorbereitung eines Managers auf eine Führungsposition. Es gilt herauszufinden, welche sozialen Kompetenzen der Klient noch verbessern kann, um den neuen Anforderungen zu entsprechen. Rollenspiele und Trainings stehen auf der To-do-Liste.

Einzelsupervision

Teamsupervision

Organisation-
 Supervision

Eine Supervisionssitzung besteht aus mehreren Teilschritten:

In der Anfangsphase geht es darum, die Beziehung zwischen dem Supervisor und den Supervisanden aufzubauen, in Kontakt zu treten. Der Supervisor muss ein Gespür für die Dynamik der Gruppe entwickeln. Die Gruppe braucht etwas Zeit, um anzukommen. Das Tempo des Arbeitsalltags darf heruntergefahren werden. Dieser Phase kommt eine große Bedeutung zu. Wer Gewohnheiten hinterfragen und neue Perspektiven finden soll, braucht Abstand zur Routine. Anschließend geht es darum, im Brainstorming aktuelle Themen zu sammeln und an die Ergebnisse der vorherigen Sitzung anzuknüpfen. Das Team wählt nun die Punkte aus, die es in der Sitzung bearbeiten möchte. Im zentralen Teil der Supervisionssitzung formulieren die Teilnehmer konkrete Fragen. Der Supervior schlägt Methoden vor, um die Themen zu bearbeiten. Beispiele dafür wären das Rollenspiel, Einzelgespräche oder eine systemische Aufstellung. Nun geht es ans Eingemachte: Die Klärung der Themen steht an. Sobald das Team Lösungsansätze gefunden hat, leitet der Supervisor die Gruppe dazu an, die neuen Möglichkeiten auszuprobieren und zu trainieren. Auch hier erweisen sich Rollenspiel oder Aufstellungsarbeit als zielführende Instrumente.

Die tragfähigen Lösungen werden ausgewählt und als Ergebnis festgeschrieben. Es kann vorkommen, dass es -aktuell - keine befriedigende Antwort gibt. Auch solche Phasen muss ein Supervisor aushalten und gemeinsam mit der Gruppe besprechen, wie sie mit dieser Situation umgehen. Zum Ende der Sitzung fasst der Supervisor den Prozess und die Ergebnisse zusammen und holt Feedback von den Teilnehmern ein.

Sie benötigen eine Supervision, als ausbildungsberechtigter Supervisor gem. BGBl 140/2003 (idF BGBl. II Nr. 112/2006) § 4 Abs. 4.  biete ich auch Einzel- und Gruppensupervision für Lebens- und Sozialberater/innen an.
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Eine Supervision ist sinnvoll, wenn...

  • Veränderungen im Unternehmen (z. B. Verlegung eines Standortes oder Übernahme durch einen Konkurrenten) anstehen.
  • Konflikte innerhalb des Unternehmens von den Beteiligten nicht selbst gelöst werden können.
  • in sozialen Einrichtungen die eigene Arbeit geklärt werden soll (Qualitätssicherung).
  • wenn Einzelpersonen oder ein ganzes Team besonders belastende Aufgaben übernommen haben; hier wäre der Einsatz eines Kriseninterventionsteams zu nennen.
  • Führungskräfte der mittleren Ebene Klarheit benötigen. Manager stehen häufig in einem besonderen Spannungsfeld. Ein Supervisor bietet Unterstützung, indem er zusammen mit den Führungskräften deren Aufgabenfelder und Rollenverständnis reflektiert.
  • größere Veränderungsprozesse anstehen. Sie gestalten sich einfacher, wenn eine professionelle Begleitung sie flankiert und überwacht.
  • neue Sichtweisen erforderlich sind, um aktuellen Herausforderungen konstruktiv zu begegnen.

 

Supervision stellt den idealen Rahmen zur Mobbing- und Burnout-Prophylaxe dar.

Teilnehmer und Ablauf

Supervision findet in der Regel zwischen drei Parteien statt:

  • 1. Auftraggeber (z. B. Unternehmensleitung)
  • 2. Supervisor
  • 3. Supervisand (z. B. Team, Einzelperson)

Ein Supervisor bewegt sich im Spannungsfeld dieses Dreiecks. Auf der einen Seite steht der Auftraggeber - und Vertragspartner - mit seinen Zielen und Erwartungen. Das kann der Chefarzt einer Klinik sein. Auf der anderen Seite befindet sich ein Team, etwa das Personal der Intensivstation. Die Mitarbeiter brauchen Mut und Vertrauen, um sich auf den Supervisionsprozess einzulassen. Schwierigkeiten in der Beziehung zwischen Unternehmensleitung und Angestellten treten in solchen Fällen rasch an die Oberfläche.

Gruppensupervision

Supervision - und dann?

Der Prozess kann zu einem konkreten Ergebnis führen - oder auch nicht. Diese Offenheit ist die Basis für einen echten Beratungsprozess. Es geht darum, alte Strukturen und festgefahrene Gewohnheiten zu hinterfragen. Mut, über den eigenen Tellerrand hinauszudenken gehört ebenfalls dazu. Das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit eines Team könnte sein, dass ein akuter Konflikt bearbeitet und gelöst wurde. Genauso wäre es möglich, dass eine Einzelperson oder mehrere Teammitglieder das Thema in Einzelgesprächen reflektieren möchten, bevor eine endgültige Klärung denkbar ist. Ein erfahrener Supervisor erkennt außerdem, wenn eine Einzelperson tiefgehende Schwierigkeiten hat. Er kann abschätzen, ob der Teilnehmer von einer Psychotherapie profitieren würde und gibt entsprechende Hinweise - natürlich wahrt er dabei die Privatsphäre des Betroffenen. Auch ein Supervisor unterliegt der Schweigepflicht.

Welche Qualifikation und Grundhaltung braucht ein Supervisor?

Ein professioneller Supervisor verfügt über einen Hochschulabschluss, ein Diplom und mehrere Jahre praktische Berufserfahrung. Darüber hinaus hat er eine Weiterbildung in der Supervision. Universitäten bieten inzwischen Supervisionslehrgänge an. Der Fachbereich Psychologie an der Universität Salzburg wäre hierfür ein Beispiel. Auch ein Supervisor benötigt Unterstützung. Die Qualität seiner Arbeit und sein hohes Engagement kann er nur gewährleisten, wenn er seine Projekte regelmäßig reflektiert; das Thema Burnout-Prophylaxe gehört hier ebenfalls dazu. 

Die Supervision beschreibt die Grundhaltung eines professionellen Supervisors folgendermaßen:

Wertschätzung, Neutralitätkritische Distanz, Empathiepersönliches Engagement, Widersprüche und Spannungen Perspektivengesellschaftspolitisch

•    Er zeigt allen Teilnehmern gegenüber die gleiche Wertschätzung,
•    geht ohne Vorurteile an Projekte heran und wahrt seine Neutralität.
•    Der Supervisor verbindet eine kritische Distanz mit dem rechten Maß an Empathie.
•    Dabei legt er viel persönliches Engagement an den Tag.
•    Er hält Widersprüche und Spannungen aus
•    und eröffnet den Teilnehmer neue Perspektiven.
•    Supervisoren sind gesellschaftspolitisch interessiert.

Die Supervision und ihre Mitglieder stehen etwa für eine demokratische, friedliche und nachhaltige Ethik.

Noch Fragen zur Supervision, dann senden sie uns ihre Frage einfach zu.